
Unsere Verwaltung: Ein lebendiges Ökosystem
Wenn unsere Rechtsstruktur die schützende Rinde und die tiefen Wurzeln unseres Zuhauses bildet, dann ist unsere Unternehmensführung das Lebenselixier, das durch den Baum fließt – die dynamische Art und Weise, wie wir atmen, Entscheidungen treffen und gemeinsam wachsen.
Das Herzstück unserer Gemeinschaft ist die Generalversammlung unseres Hausvereins, die Quelle unserer kollektiven Autorität, die das ganze Jahr über durch das Kernplenum vertreten wird. Diese Kraft fließt in das offene Plenum, unseren zentralen Treffpunkt, an dem wir uns abstimmen und unsere Energie mit unseren neuen Mitgliedern, Bewohnern, Gästen und Besuchern bündeln. Von dort aus verzweigt sie sich in ein vielfältiges Netzwerk spezialisierter Arbeitsgruppen.
Um unseren täglichen Rhythmus und unsere grundlegende Infrastruktur aufrechtzuerhalten, stützen wir uns auf vier zentrale „Rückgrat“-Gruppen, die dafür sorgen, dass unsere Grundbedürfnisse konsequent und sorgfältig erfüllt werden:
- Gebäude: Pflege unserer physischen Unterkünfte.
- Instandhaltung: Heizung, Wasser, Gebäude, Grundstück.
- Finanzen: Verwaltung unserer gemeinsamen Ressourcen.
- Lebensmittelordnung: Verwaltung unserer gemeinschaftlichen Ernährung.
- GRAG (Gast- und Bewohner-AG): Begrüßung neuer Mitglieder und Pflege unserer Gastfreundschaft.
Über diese Säulen hinaus besteht unsere Gemeinschaft aus fünf weiteren aktiven Arbeitsgruppen, die wir bewusst aufrechterhalten, da sie wesentliche Bereiche unseres täglichen Funktionierens abdecken. Insgesamt sind es zehn – wir hatten schon mehr und wir hatten schon weniger –, dies sind die derzeit bestehenden.

Darüber hinaus haben wir etwa zehn aktive Projektgruppen mit stärker fokussierten Aufgabenbereichen – entweder als Teil von Arbeitsgruppen oder eigenständig.
Unserer Erfahrung nach entstehen und lösen sich die meisten von ihnen auf natürliche Weise auf – sie entstehen, wenn ein bestimmter Bedarf „lebendig“ ist, und verschwinden wieder, sobald ihr Zweck erfüllt ist. Diese Flexibilität ermöglicht es uns, jederzeit auf die Bedürfnisse des Landes und der Menschen einzugehen.
Wir begrüßen auch individuelle Initiativen, ermutigen jedoch grundsätzlich alle, sich Arbeits- und Projektgruppen anzuschließen, um unsere Energie auf gemeinsame Anstrengungen zu konzentrieren und unsere Ziele gemeinsam zu erreichen.
Entwicklung hin zu dezentraler Energieversorgung
Während das Plenum weiterhin der ultimative Anker unserer kollektiven Verantwortung bleibt, entwickeln wir uns bewusst hin zu einer soziokratischen Struktur. Wir lernen, auf die Weisheit unserer Zweigstellen zu vertrauen, indem wir die Macht auf unsere Arbeitsgruppen verteilen und ihnen nach und nach klare „Bereiche” und genau definierte Rollen zuweisen, damit sie zielgerichtet handeln können.
Unserer Erfahrung nach macht jeder Schritt, den wir in Richtung dieser bewussten Verteilung von Verantwortung unternehmen, unser tägliches Leben reibungsloser. Wir schätzen unsere Meetings als wichtige Rhythmen der Verbindung und gemeinsamen Ausrichtung, glauben jedoch, dass die Verteilung von Macht es ermöglicht, dass sie nährend bleiben und nicht erschöpfend sind. Dieses Gleichgewicht ermöglicht es uns, zu unserer kollektiven Kraft zurückzufinden und unsere Energie für das zurückzugewinnen, was wirklich zählt: unsere Beziehungen, unsere Kinder und die lebendige Umwelt, die wir teilen.
